Lesehilfe zur Anwartschaftsbescheinigung

Die Informationen in den von der UK über die Arbeitgeber versandten Anwartschaftsbescheinigungen sind wie folgt zu verstehen:

Zeile 1 (Vom Arbeitgeber für das Jahr …. gezahlte Zuwendung):
Weist den Betrag aus, den der Arbeitgeber im bescheinigten Jahr für die betreffende Person an die UK abgeführt hat. Die UK gibt diese Zuwendung abzugsfrei an die Hamburger Pensionsrückdeckungskasse VVaG (HPR) weiter. Aus dem Beitrag ermittelt sich der garantierte Rentenbaustein aus der VO 95. Daneben legt die HPR das Geld Zins bringend an und wird daraus die Garantiebausteine um zusätzliche Leistungen (Zeile 4) erhöhen. Die HPR hat mit zurzeit 1,2 % der Beiträge einen ausgesprochen geringen Verwaltungskostenanteil. Abschlusskosten oder etwa Provisionen fallen nicht an.

Zeile 2 (Erreichte Anwartschaft auf Altersunterstützung …):
Dieser Betrag ist durch alle bisherigen Zuwendungen des Arbeitgebers als Anwartschaft erreicht und würde, sofern keine weiteren Zahlungen des Arbeitgebers an die UK erfolgen (so auch bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis), bei Rentenbeginn mindestens zur Auszahlung kommen.

Zeile 3 (Erreichte Anwartschaft bei Invalidität …):
Dieser Betrag würde im Falle einer Rente wegen Erwerbsminderung und gleichzeitigem Ende des Beschäftigungsverhältnisses zur Auszahlung kommen. Er errechnet sich aus der bisher erworbenen Anwartschaft gem. Zeile 2 plus einer Zurechnungszeit von 5 Jahren maximal bis zum 55. Lebensjahr. Dadurch wird der Unterschiedsbetrag zwischen Zeile 2 und 3 zwischen dem 50. und dem 55. Lebensjahr immer kleiner. Ab dem 55. Lebensjahr sind beide Beträge deckungsgleich.

Zeile 4 (Erreichte Rentenbausteine aus Überschuss mtl.):
Der erreichte Rentenanspruch enthält eine Zusatzrente aus der Verrentung eines Gewinnguthabens. Das erreichte Gewinnguthaben ist garantiert. Die eingerechnete Zusatzrente beruht auf den heute maßgeblichen Rechnungsgrundlagen (insbesondere Annahmen zur Lebenserwartung, Rechnungszins). Sofern die Verrentungsfaktoren mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde angepasst werden, kann die Zusatzrente aus dem Gewinnguthaben künftig auch geringer ausfallen.
Der erreichte Rentenbaustein aus Sonderüberschuss wird erst zum Rentenbeginn endgültig festgesetzt und kann bis dahin auch reduziert werden oder ganz wegfallen.

Darunterliegende Zeilen: (Beispiel)

Leistungsbeginn im Alter    62    63    65     67
erreichbare Unterstützung mtl. 150,00 € 180,00 € 200,00 € 230,00 €
alternative Kapitalleistung 18.000 € 21.000 € 25.000 € 28.000 €

Diese Beträge können als UK-Leistungen erwartet werden, falls bis zum jeweils genannten Renteneintrittsalter weiterhin Beiträge in der in Zeile 1 ausgewiesenen Höhe vom Arbeitgeber an die UK entrichtet werden. Hat sich der Beitrag in Zeile 1 von einer zur anderen Anwartschaftsbescheinigung (bspw.) infolge von Teilzeit reduziert, fallen demnach auch die Hochrechnungen auf das Rentenalter entsprechend geringer aus, als noch in der letzten Anwartschaftsbescheinigung angegeben. Sofern keine einschneidenden Veränderungen, z. B. Reduzierung von Ganztags- auf Halbtagsbeschäftigung erfolgen, sind diese Beträge ziemlich verlässlich. Die hohen Steigerungsraten zwischen dem 60. und dem 67 Lebensjahr kommen dadurch zustande, dass nach dem 60. Geburtstag nicht abgerufene Unterstützungsleistungen zu zusätzlichen Anwartschaften führen.

Anwartschaft nach RLEntgU:
Diese Beträge sind analog derer in den Zeilen 1 – 4 zu sehen. Wurde die Entgeltumwandlung allerdings erst ab dem 01.04.2006 begründet, beträgt die Garantieverzinsung 2,25 % (Tarif R9 der HPR). Für Umwandlungen, die vor April 2006 vereinbart wurden, beträgt der Garantiezins 3,5 % (Tarif R2 der HPR).

Anwartschaft aus abgelösten Richtlinien (ggf. UR 88 oder UR 83):
Für den Ausweis eines Betrages in diesem Bereich der Anwartschaftsbescheinigung bestehen zwei Voraussetzungen:
1. Der Anspruchsberechtigte hatte bereits eine frühere Versorgungszusage nach den Unterstützungs-Richtlinen 1988 oder 1983 und der Arbeitgeber hat diese Regelungen durch die VO 95 abgelöst.
UND
2. Für die früher geltenden Regelungen wurde bereits ein Besitzstand berechnet und EDV-mäßig bei der UK gespeichert.

Trifft also eine der beiden Voraussetzungen nicht zu, kann auch kein Betrag an dieser Stelle ausgewiesen werden. Das muss aber nicht bedeuten, dass kein Anspruch auf einen Besitzstand aus einer abgelösten Altregelung besteht. Möglicherweise ist ein solcher Besitzstand lediglich noch nicht betragmäßig ermittelt worden. Oder er wurde zwar ermittelt, jedoch bei der UK nicht EDV-mäßig gespeichert.

Wie ist ein ggf. ausgewiesener Besitzstand zu interpretieren?
Die Kassenmitglieder haben die Ablösung der früheren Versorgungszusagen höchst unterschiedlich geregelt. Teilweise wurden die Besitzstandsbeträge lediglich vorläufig ermittelt und es wurde darauf hingewiesen, dass beim späteren Unterstützungsfall immer eine abschließende Neuberechnung erfolgt (bspw. beim DGB). Der ausgewiesene Betrag ist demzufolge keine garantierte Versorgungszusage der UK, sondern abhängig davon, was das Kassenmitglied im Einzelnen für seine Beschäftigten geregelt hat.

Beispielhaft soll nachfolgend für Beschäftigte des DGB einige Hinweise zum besseren Verständnis der genannten Besitzstände gegeben werden:
Sofern Beschäftigte Ende 1997 Ansprüche aus der Unterstützungs-Richtlinie 1988 (der früheren Gesamtversorgung) erworben hatten, wurde der Besitzstand unter Zugrundelegung einer nach dem so genannten „Näherungsverfahren“ geschätzten gesetzlichen Rente prognostiziert. Fällt am Ende der Rentenanspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung höher aus als damals kalkuliert, reduziert sich die ergänzende Leistung der UK entsprechend. Auf die tatsächliche gesetzliche Rente, die die Deutsche Rentenversicherung im Leistungsfall mit oder ohne Abschläge auszahlt, kommt es bei der UK übrigens nicht an. Dort wird vielmehr auf der Basis der bis Ende 1997 erreichen Entgeltpunkte eine Hochrechnung bis zum 65. Lebensjahr vorgenommen und auf Basis des damals geltenden Rentenwertes die anzurechnende gesetzliche Rente fiktiv ermittelt.

Wer eine Entscheidung über den Eintritt in den Ruhestand zu treffen hat und Genaueres wissen will, sollte sich eine ausführliche Rentenauskunft bei seiner gesetzlichen Rentenversicherung einholen (mit jährlicher Darstellung der erworbenen Entgeltpunkte) und diese an den Bereich Personal beim DGB mit der Bitte um eine Auskunft zu den voraussichtlichen UK-Leistungen weiterleiten. Das macht aber nur wirklich Sinn, wenn der Termin des Renteneintritts, beispielsweise bei Altersteilzeit, schon fest steht.

Bei Besitzstandsansprüchen aus der UR 83 ist die Leistungsprognose deutlich präziser einzuschätzen. Die UK-Leistung aus der UR 83 ist nicht von externen Leistungen (wie bspw. der gesetzlichen Rente) abhängig. Abweichungen gegenüber dem in der Anwartschaftsbescheinigung ausgewiesenen Besitzstand könnten sich bestenfalls daraus ergeben, dass der damaligen Prognose ein falsches Bemessungsentgelt zugrunde lag, Anmeldungszeiten nicht oder zu viel einbezogen wurde oder eine Teilzeitbeschäftigung unberücksichtigt blieb. Solche Fälle wurden aber in der Vergangenheit höchst selten beobachtet.

Die UK ist als Versorgungsträger ein Dienstleister des Arbeitgebers. Individuelle Anfragen von Beschäftigten sollen schon aus diesem Grund über den Arbeitgeber an die UK gestellt werden.